Baudokumentation Software 2026: Vergleich, Pflichten & Auswahl
Baudokumentation Software 2026 im Vergleich: PlanRadar, Capmo & Co., Preise, Pflicht (Bautagebuch HOAI), DSGVO-Speicherort und wie Sie die passende App finden.
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- Was ist Baudokumentation Software?
- Welche Baudokumentation Software ist die beste? Vergleich 2026
- Ist Baudokumentation Pflicht? Bautagebuch und HOAI
- Wer ist zur Baudokumentation verpflichtet?
- Was gehört in eine Baudokumentation?
- Bautagebuch-Tageseintrag: Muster zum Kopieren
- Was kostet Baudokumentation Software?
- Gibt es kostenlose Baudokumentation Software?
- Wie lange muss man Baudokumentation aufbewahren?
- Baudokumentation in der DACH-Region: Pflichten & Fristen im Vergleich (DE/AT/CH)
- Ist Baudokumentation Software DSGVO-konform? Wo liegen die Daten?
- Worauf bei der Auswahl achten? Entscheidungshilfe
- Häufige Fehler bei der Baudokumentation
- Problembehebung: typische Stolpersteine
- Fazit: Welche Baudokumentation Software passt?
- Häufig gestellte Fragen
Was ist Baudokumentation Software?
Baudokumentation Software erfasst, strukturiert und archiviert alle Vorgänge einer Baustelle – Bautagebuch, Fotos, Mängel, Pläne und Berichte – digital und mobil statt auf Papier. Die passende Lösung hängt von Betriebsgröße und Einsatzzweck ab: planbasierte Plattformen wie PlanRadar für komplexe Projekte, schlanke Apps wie Capmo, 123erfasst oder HERO fürs Handwerk. Entscheidend sind Mobilität, revisionssichere Archivierung und ein klarer Speicherort der Daten.
💡 Schnelle Antwort • Was es ist: Software zur digitalen Erfassung von Bautagebuch, Fotodokumentation, Mängeln und Berichten – mobil auf der Baustelle und im Büro. • Beste Wahl nach Bedarf: Große Projekte mit Plänen/BIM → PlanRadar; Handwerk & KMU → Capmo, 123erfasst, HERO; reine Mängel-/Begehungsnotizen → schlanke Field-Apps. • Preis-Richtwert: ab ca. 10–30 € pro Nutzer/Monat; einzelne Profi-Lösungen ab 79–99 € (Anbieterangaben, ohne Gewähr – beim Anbieter prüfen). • Pflicht: Das Bautagebuch ist in der HOAI-Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) eine Grundleistung; für Handwerksbetriebe besteht meist keine ausdrückliche Pflicht, eine Dokumentation liegt aber wegen der Beweislast im Eigeninteresse. • Worauf achten: Offline-Fähigkeit, revisionssichere Archivierung (GoBD), DSGVO-konformer Speicherort, einfache Erfassung vor Ort.
Wer eine Baustelle leitet, dokumentiert ständig: den Baufortschritt, das Wetter, Anwesenheiten, Mängel, Anweisungen, Behinderungen. Auf Papier ist das langsam, lückenhaft und im Streitfall schwer verwertbar. Digitale Baudokumentation Software löst das – aber der Markt ist unübersichtlich, und die meisten Vergleichslisten zählen nur Funktionen auf, ohne die zwei Fragen zu beantworten, die im Ernstfall zählen: Hält die Dokumentation vor Gericht? Und wo liegen Ihre Daten? Dieser Leitfaden ordnet die Tools ein, klärt die Rechtslage 2026 und zeigt, wie Sie auch den gesprochenen Teil der Dokumentation – Begehungen und Baubesprechungen – datensicher erfassen.
Baudokumentation Software ist ein digitales Werkzeug, mit dem alle relevanten Informationen eines Bauprojekts strukturiert erfasst, gespeichert und geteilt werden. Statt Zettel, Kamera und Excel-Listen bündelt eine App Bautagebuch, Fotodokumentation, Mängelmanagement, Pläne und Berichte an einem Ort – abrufbar auf Smartphone, Tablet und im Browser. Die Daten werden direkt vor Ort eingegeben und in Echtzeit für alle Projektbeteiligten verfügbar gemacht.
Der Kern fast jeder Lösung sind vier Bausteine: das digitale Bautagebuch (tägliche Einträge zu Fortschritt, Wetter, Personal), die Fotodokumentation (verortet auf Plänen oder Räumen), das Mängelmanagement (Erfassen, Zuweisen, Nachverfolgen) und das Berichtswesen (automatisch generierte Protokolle und Bautagesberichte). Hochwertige Plattformen ergänzen Plan- und BIM-Verortung, Aufgabensteuerung und revisionssichere Archivierung.
Welche Baudokumentation Software ist die beste? Vergleich 2026
Es gibt keine universell „beste” Software – die richtige Wahl hängt von Projektgröße, Gewerk und Budget ab. Die folgende Übersicht ordnet die im deutschsprachigen Raum etablierten Lösungen nach ihrem Schwerpunkt ein. Preise sind Richtwerte laut Anbieterangaben (Stand Juni 2026, ohne Gewähr – Konditionen ändern sich, bitte beim Anbieter prüfen).
| Lösung | Plattform | Schwerpunkt / Stärke | Preis-Richtwert (Anbieterangabe) |
|---|---|---|---|
| PlanRadar | Web · iOS · Android | Plan- und BIM-basiert; Mängel werden direkt im Grundriss verortet. Marktführer für große, planintensive Projekte. | ab ca. 26 € / Nutzer / Monat; 30 Tage Test |
| Capmo | Web · iOS · Android | Intuitives Projektmanagement & Doku für Bauunternehmen; einfacher Einstieg. | auf Anfrage; Test möglich |
| 123erfasst | Web · iOS · Android | Zeit-, Material- und Baustellendatenerfassung; stark im Handwerk. | Free-Version begrenzt; Standard ab ca. 10 € / Monat |
| BauMaster | Web · iOS · Android | Protokoll- und ticketbasierte Baustellendoku; flexible Protokolle. | ab ca. 79 € / Monat |
| HERO | Web · iOS · Android | Handwerker-Komplettsoftware inkl. Doku, Angebote, Rechnungen. | ab ca. 29 € / Monat |
| Molteo | Web · iOS · Android | Schlanke Doku mit automatischen Wochenberichten. | kostenlose Basisversion |
📝 Merksatz: Großprojekt mit Plänen, BIM und vielen Beteiligten → planbasierte Plattform. Handwerksbetrieb, der Fortschritt, Fotos und Mängel sauber festhalten will → schlanke Field-App. Wichtiger als die Funktionsliste ist, dass das Team die App täglich nutzt – die einfachste Lösung, die alle Pflichtangaben erfasst, gewinnt.
Ist Baudokumentation Pflicht? Bautagebuch und HOAI
Hier lohnt eine genaue Unterscheidung, die viele Vergleichsseiten übergehen. Eine umfassende Baudokumentation mit allen denkbaren Inhalten ist nicht pauschal gesetzlich vorgeschrieben. Das Bautagebuch ist jedoch in der HOAI-Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) eine ausdrückliche Grundleistung (Anlage zu § 33 HOAI / Leistungsbild Objektüberwachung). Für den überwachenden Architekten oder Ingenieur besteht diese Pflicht unabhängig von Größe und Komplexität des Vorhabens; wird das Bautagebuch nicht geführt, ist die geschuldete Leistung unvollständig – das kann zur anteiligen Honorarkürzung führen (verifiziert Juni 2026).
Für ausführende Handwerksbetriebe gibt es in der Regel keine ausdrückliche gesetzliche Pflicht zum Bautagebuch. Trotzdem ist die Dokumentation dringend zu empfehlen – aus einem handfesten Grund: der Beweislast.
⚠️ Warum die Beweislast über alles entscheidet Mit der Abnahme kehrt sich die Beweislast um: Bis zur Abnahme müssen Sie die mangelfreie Ausführung nachweisen, danach muss der Auftraggeber einen Mangel belegen. Eine zeitnah und lückenlos geführte Baudokumentation hat vor Gericht hohe Beweiskraft – bei Mängelstreit, Bauverzögerung oder Nachträgen ist sie oft das entscheidende Beweismittel. Fehlt sie, steht Aussage gegen Aussage.
Wer ist zur Baudokumentation verpflichtet?
Primär trifft die Dokumentationslast die Objektüberwachung – also den Architekten oder Bauleiter in HOAI-Leistungsphase 8. Bei öffentlichen Bauvorhaben bestehen je nach Vergabe und Vertrag zusätzliche, teils strengere Dokumentationsanforderungen; die genauen Schwellen und Vorgaben ergeben sich aus dem jeweiligen Vertrag und sind im Einzelfall zu prüfen. Für private Bauprojekte gibt es keine allgemeine Pflicht – hier wird die Dokumentation üblicherweise im Bauvertrag festgelegt (etwa als VOB-Vereinbarung). Unabhängig von der formalen Pflicht dokumentiert jedes ausführende Unternehmen im Eigeninteresse, um Leistungen nachzuweisen und Gewährleistungsansprüche abzuwehren.
Was gehört in eine Baudokumentation?
Eine vollständige Baudokumentation bildet den gesamten Bauablauf nachvollziehbar ab. Die folgende Tabelle zeigt die Kernbestandteile und ihren Zweck:
| Kategorie | Inhalt | Zweck |
|---|---|---|
| Bautagebuch / Bautagesbericht | Datum, Wetter, Personal, Geräte, Arbeitsfortschritt, Anweisungen | Lückenloser Nachweis des Bauablaufs |
| Fotodokumentation | Bilder des Fortschritts, verdeckte Bauteile vor dem Schließen | Visueller Beweis, später nicht mehr einsehbar |
| Mängel & Behebung | Mängelliste, Verantwortlicher, Frist, Status, Nachweis | Gewährleistung und Qualitätssicherung |
| Behinderungsanzeigen | Störungen, Ursache, Auswirkung auf Termine/Gewerke | Grundlage für Nachträge und Fristverlängerung |
| Pläne & Änderungen | Aktuelle Planstände, Revisionen, Freigaben | Arbeit auf dem richtigen Stand, Änderungsnachweis |
| Abnahme- & Übergabeprotokolle | Abnahmen, Restpunkte, Aufmaß, Unterschriften | Rechtssicherer Projektabschluss |
Eine gute Dokumentation ist dabei vollständig, strukturiert, nachvollziehbar, objektiv und revisionssicher – also so geführt, dass sie nachträglich nicht unbemerkt verändert werden kann.
Bautagebuch-Tageseintrag: Muster zum Kopieren
Der Kern jeder Baudokumentation ist der tägliche Eintrag ins Bautagebuch. Statt nur eine Software zu verlinken, hier ein sofort nutzbares Muster für einen Tageseintrag – kopieren, in Ihre Doku-App, Notiz-App oder Word einfügen und ausfüllen. Es enthält genau die Pflichtangaben, auf die es im Streitfall ankommt (Datum, Wetter, Personal, Arbeiten, Behinderungen, Unterschrift).
📋 Muster: Bautagebuch-Tageseintrag (zum Kopieren)
Bauvorhaben / Projekt-Nr.: __ · Bericht-Nr.: __ · Datum: __ Bauleiter / Ersteller: __ Wetter: Temperatur __ °C · Niederschlag __ · Wind __ (morgens / mittags / nachmittags) Anwesende Firmen & Personal: Firma __ – __ Mitarbeiter (Gewerk __); Subunternehmer __; Besucher __ Geräte / Maschinen im Einsatz: __ Ausgeführte Arbeiten (Ort + Baufortschritt): __ Materiallieferungen / -eingänge: __ Behinderungen & besondere Vorkommnisse: ☐ keine ☐ __ (Ursache, Auswirkung auf Termin/Gewerk) Anweisungen / Anordnungen (wer, an wen): __ Prüfungen / Teilabnahmen: __ Fotos (verdeckte Bauteile vor dem Schließen dokumentieren!): ☐ angehängt: __ Unterschrift Bauleiter: __
Füllen Sie den Eintrag täglich und zeitnah aus – nicht rückwirkend „aus dem Gedächtnis”. Gerade die Felder Wetter, Behinderungen und Fotos verdeckter Bauteile sind später nicht mehr rekonstruierbar und entscheiden im Gewährleistungs- oder Nachtragsstreit über die Beweiskraft. Wer länderübergreifend dokumentiert, ergänzt das Muster um die jeweils maßgebliche Norm (siehe DACH-Tabelle weiter unten).
▶ Den gesprochenen Teil der Baustelle nicht verlieren – und im Haus behalten. Vieles entsteht mündlich: die Begehung, die Mängelaufnahme, die Baubesprechung vor Ort. Kuno ist ein KI-Sprachrekorder made in Germany, der genau diese Gespräche on-device aufnimmt und transkribiert – ganz ohne Meeting-Bot, weil er den Raum direkt erfasst statt einen Videocall. Das Audio verlässt das Gerät nicht, gehostet wird in der EU, und Ihre Aufnahmen werden nie zum KI-Training genutzt. Aus dem Transkript wird automatisch eine strukturierte Notiz, die Sie in Ihre Doku-App übernehmen. Frühzugang sichern →
Was kostet Baudokumentation Software?
Die meisten Lösungen werden pro Nutzer und Monat abgerechnet. Schlanke Field-Apps starten bei rund 10–30 € pro Nutzer/Monat, umfangreichere Profi-Plattformen liegen höher (Anbieterangaben zwischen ca. 79 und 99 €/Monat für einzelne Tools). Viele Anbieter rechnen projekt- oder volumenabhängig ab und nennen Preise erst auf Anfrage. Fast alle bieten eine kostenlose Testphase, einige eine dauerhaft kostenlose Basisversion mit eingeschränktem Funktionsumfang. Konkrete Konditionen ändern sich häufig – holen Sie ein aktuelles Angebot direkt beim Anbieter ein und achten Sie auf Mindestlaufzeit und Nutzeranzahl.
Gibt es kostenlose Baudokumentation Software?
Ja, aber mit Einschränkungen. Tools wie Molteo bieten eine kostenlose Basisversion, 123erfasst eine Free-Variante mit begrenztem Funktionsumfang. Für einzelne Baustellen oder kleine Teams kann das reichen. Sobald jedoch mehr Nutzer, größere Speichervolumen, Planverortung oder revisionssichere Archivierung gefragt sind, führt der Weg zu einem Bezahltarif. Wichtig: „Kostenlos” sagt nichts über den Speicherort der Daten aus – prüfen Sie auch bei Gratis-Tools, wo Fotos und Berichte liegen.
Wie lange muss man Baudokumentation aufbewahren?
Die Aufbewahrung richtet sich nach mehreren Regeln gleichzeitig. Steuerlich relevante Unterlagen (Rechnungen, Belege) unterliegen der GoBD und sind in der Regel 10 Jahre unveränderbar und nachvollziehbar aufzubewahren. Qualitäts- und Ausführungsnachweise sollten mindestens über die Gewährleistungsfrist hinaus verfügbar bleiben – diese beträgt für Bauleistungen 5 Jahre nach BGB bzw. 4 Jahre nach VOB/B (ab Abnahme). In der Praxis bewahren Betriebe baubezogene Dokumentation daher häufig Gewährleistung plus Puffer auf.
| Unterlagentyp | Frist (Richtwert) | Grundlage |
|---|---|---|
| Rechnungen, Buchungsbelege | 10 Jahre | GoBD / Abgabenordnung |
| Qualitäts-/Ausführungsnachweise | mind. Gewährleistung + Puffer | Gewährleistungsrecht |
| Gewährleistung Bauleistung (BGB) | 5 Jahre ab Abnahme | § 634a BGB |
| Gewährleistung Bauleistung (VOB/B) | 4 Jahre ab Abnahme | § 13 VOB/B |
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der konkrete Vertrag und die einschlägigen Vorschriften; im Zweifel rechtlichen Rat einholen.
Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern die Revisionssicherheit: Die Dokumentation muss unveränderbar und vollständig nachvollziehbar archiviert sein. Genau das leisten gute digitale Lösungen – und genau hier ist auch der Speicherort relevant.
Baudokumentation in der DACH-Region: Pflichten & Fristen im Vergleich (DE/AT/CH)
Wer in mehreren deutschsprachigen Ländern baut oder dokumentiert, trifft auf unterschiedliche Rechtsrahmen. Die Bausteine der Dokumentation bleiben gleich – aber Gewährleistungs- und Aufbewahrungsfristen unterscheiden sich deutlich. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eckwerte zusammen (Richtwerte, verifiziert Juni 2026 – im Einzelfall sowie je nach Vertrag, ÖNORM bzw. SIA-Norm prüfen).
| Aspekt | 🇩🇪 Deutschland | 🇦🇹 Österreich | 🇨🇭 Schweiz |
|---|---|---|---|
| Maßgeblicher Rahmen | BGB / VOB/B; HOAI (Bautagebuch in LP8) | ABGB; ÖNORM B 2110 | OR; SIA-Norm 118 |
| Gewährleistung Bauwerk (ab Abnahme/Übergabe) | 5 Jahre (§ 634a BGB) bzw. 4 Jahre (§ 13 VOB/B) | 3 Jahre für unbewegliche Sachen (§ 933 ABGB; ÖNORM B 2110 übernimmt dies weitgehend) | 5 Jahre für unbewegliche Werke (OR Art. 371 / SIA 118); 10 Jahre bei arglistig verschwiegenen Mängeln |
| Beweislast / Rüge-Besonderheit | Beweislast kehrt sich mit der Abnahme um | Beweislastumkehr zugunsten des Bestellers in den ersten 6 Monaten (§ 924 ABGB) | 2-jährige Garantiefrist (SIA 118): Mängel jederzeit rügbar; danach bis 5 Jahre nur verdeckte Mängel, sofort zu rügen |
| Aufbewahrung Geschäftsunterlagen | 10 Jahre (GoBD / AO) | 7 Jahre (§ 132 BAO); Grundstücksunterlagen teils bis 22 Jahre | 10 Jahre (OR Art. 958f); Grundstücksunterlagen 20 Jahre |
⚠️ Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Die Werte sind Richtwerte und hängen vom konkreten Vertrag, der vereinbarten ÖNORM/SIA-Norm und dem Einzelfall ab. Maßgeblich ist stets die einschlägige nationale Vorschrift; im Zweifel rechtlichen Rat einholen. (Rechtsstand verifiziert Juni 2026.)
Praktische Folge für die Doku-Software: Wer länderübergreifend arbeitet, sollte ein Löschkonzept wählen, das die längste einschlägige Frist abbildet, und auf einen klaren Serverstandort in der DACH-Region oder EU achten. Die Schweiz liegt außerhalb der EU – für Schweizer Projekte ist neben der DSGVO zusätzlich das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) relevant. So bleibt die Dokumentation in jedem DACH-Land gerichtsfest und datenschutzkonform.
Ist Baudokumentation Software DSGVO-konform? Wo liegen die Daten?
Cloud-basierte Baudoku-Software verarbeitet personenbezogene Daten – Namen von Mitarbeitern und Subunternehmern, teils Bild- und Tonaufnahmen. Damit gilt die DSGVO. Seriöse Anbieter lassen sich DSGVO-konform betreiben und stellen einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) bereit. Es geht hier nicht um „erlaubt oder verboten”, sondern um Datenhoheit: In welchem Land stehen die Server? Wer hat Zugriff? Werden Inhalte zur Produktverbesserung oder zum KI-Training ausgewertet?
Prüfen Sie vor der Auswahl konkret:
- Speicherort der Server (idealerweise EU/Deutschland) und ob ein AVV angeboten wird.
- Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung sowie ein Rollen-/Rechtekonzept.
- Umgang mit Audio/Foto: Werden Inhalte zum Training von KI genutzt? (Sollte ausgeschlossen sein.)
- Löschkonzept, das Ihre Aufbewahrungsfristen abbildet.
Für die sensibelsten Bausteine – etwa Sprachaufnahmen aus Begehungen oder vertraulichen Baubesprechungen – ist On-Device-Verarbeitung die datensparsamste Architektur: Das Audio wird lokal zu Text, ohne den Umweg über einen fremden Cloud-Dienst.
Worauf bei der Auswahl achten? Entscheidungshilfe
Welche Lösung zu Ihnen passt, lässt sich an Betriebstyp und Schwerpunkt festmachen:
| Wenn Sie … | … achten Sie vor allem auf | … passt typischerweise |
|---|---|---|
| große, planintensive Projekte (BIM) leiten | Plan-/BIM-Verortung, Berichtswesen, Rechte | planbasierte Plattform (z. B. PlanRadar) |
| als Handwerksbetrieb schnell erfassen wollen | einfache Bedienung, Foto + Mängel, Offline | schlanke Field-App (z. B. Capmo, HERO, 123erfasst) |
| vor allem Begehungen/Besprechungen festhalten | Sprache-zu-Text, Datensicherheit, kein Bot | On-Device-Sprachrekorder ergänzend (z. B. Kuno) |
| mit sensiblen/vertraulichen Daten arbeiten | Serverstandort EU/DE, AVV, kein KI-Training | Anbieter mit klarer Datenhoheit |
| nur eine einzelne Baustelle dokumentieren | kostenlose Basis, geringe Einstiegshürde | Free-Version (z. B. Molteo, 123erfasst Free) |
Häufige Fehler bei der Baudokumentation
- Lücken im Bautagebuch. Unregelmäßige Einträge entwerten die Beweiskraft – täglich bzw. zeitnah dokumentieren, nicht rückwirkend „aus dem Gedächtnis”.
- Verdeckte Bauteile nicht fotografiert. Was zugebaut ist, lässt sich später nicht mehr zeigen. Vor dem Schließen dokumentieren.
- Nur Funktionen vergleichen, nicht den Datenstandort. Wo Fotos, Berichte und Aufnahmen liegen, entscheidet über DSGVO-Konformität und Datenhoheit.
- Tool zu komplex für das Team. Wird die App nicht genutzt, nützt die beste Funktionsliste nichts. Akzeptanz schlägt Funktionsumfang.
- Den mündlichen Teil verlieren. Begehungen und Besprechungen bleiben oft undokumentiert, weil niemand mittippt – obwohl dort die wichtigsten Festlegungen fallen.
- Aufbewahrungsfristen ignorieren. Zu frühes Löschen vor Ablauf der Gewährleistung kostet im Streitfall den Nachweis.
Problembehebung: typische Stolpersteine
- Kein Internet auf der Baustelle: Eine offline-fähige App nutzen, die Einträge lokal speichert und später synchronisiert – sonst gehen Daten im Funkloch verloren.
- Fotos lassen sich nicht zuordnen: Lösungen mit Plan-/Raumverortung wählen; sonst landen Bilder unsortiert in der Galerie.
- Team pflegt die Daten nicht: Erfassung so einfach wie möglich halten – Sprache statt Tippen senkt die Hemmschwelle deutlich.
- Bericht entspricht nicht den Vorgaben: Vorlagen prüfen und an HOAI-/Vertragsanforderungen anpassen, bevor das Projekt startet.
- Unklarer Speicherort: AVV und Serverstandort beim Anbieter schriftlich bestätigen lassen.
▶ Baudoku-App fürs Strukturierte – Kuno für das gesprochene Wort. Ihre Doku-Software hält Fotos, Mängel und Berichte fest. Was sie nicht erreicht, ist das, was bei der Begehung und Baubesprechung gesprochen wird. Kuno erfasst genau das: ein Gerät made in Germany, das vor Ort on-device aufnimmt und transkribiert – EU-gehostet, ohne KI-Training, ohne Meeting-Bot. Ein sichtbarer Aufnahme-Indikator zeigt allen, wann aufgezeichnet wird, ein Stopp-Schalter per Tipp pausiert sofort. So wird aus dem Gespräch eine saubere, übernehmbare Notiz – und die sensibelsten Daten bleiben im Haus. Frühzugang sichern → Kuno für die Baustelle vor Ort
Fazit: Welche Baudokumentation Software passt?
Die „beste” Baudokumentation Software ist die, die zu Ihrem Projekt passt und täglich genutzt wird. Für große, planintensive Vorhaben spielt eine planbasierte Plattform ihre Stärken aus; im Handwerk gewinnen schlanke, einfach bedienbare Apps. Über die Funktionsliste hinaus zählen zwei Dinge: dass die Dokumentation revisionssicher und gerichtsfest ist – Stichwort Beweislast und Gewährleistung – und dass Sie wissen, wo Ihre Daten liegen. Wer zusätzlich den mündlichen Teil der Baustelle datensicher festhalten will, ergänzt die Doku-App um eine On-Device-Lösung für Begehungen und Besprechungen.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Baudokumentation Software Pflicht? Die Software selbst nicht. Das Bautagebuch ist jedoch in der HOAI-Leistungsphase 8 eine Grundleistung der Objektüberwachung; ausführende Betriebe dokumentieren wegen der Beweislast freiwillig im Eigeninteresse.
Was kostet Baudokumentation Software? Schlanke Apps starten bei rund 10–30 € pro Nutzer und Monat, Profi-Plattformen liegen höher. Viele Anbieter rechnen projektabhängig ab; fast alle bieten eine kostenlose Testphase (Anbieterangaben, ohne Gewähr).
Gibt es kostenlose Baudokumentation Software? Ja, etwa als Basisversion oder Free-Variante mit begrenztem Funktionsumfang. Für mehr Nutzer, Speicher oder Planverortung ist meist ein Bezahltarif nötig.
Wer muss eine Baudokumentation führen? Vor allem die Objektüberwachung (Architekt/Bauleiter in HOAI-LP 8). Bei privaten Projekten wird die Pflicht meist im Bauvertrag geregelt; öffentliche Vorhaben können strengere Vorgaben enthalten.
Wie lange muss Baudokumentation aufbewahrt werden? Steuerlich relevante Belege in der Regel 10 Jahre (GoBD); Ausführungs- und Qualitätsnachweise mindestens über die Gewährleistungsfrist (5 Jahre BGB / 4 Jahre VOB ab Abnahme) hinaus.
Ist Baudokumentation Software DSGVO-konform? Seriöse Anbieter lassen sich DSGVO-konform betreiben und stellen einen AVV. Entscheidend sind Serverstandort, Verschlüsselung, Zugriffsrechte und ein Löschkonzept – sowie die Frage, ob Inhalte zum KI-Training genutzt werden.